>Unser Tec- und Bikefreak Andi Gastl hat sich so seine Gedanken zum Thema 29er Mountainbikes gemacht. Im folgenden findet ihr seinen Erfahrungsbericht zum neuen (relativ) heißen Schei** am Bikesektor. Das Thema 29er geistert ja seit gut einem Jahr massiv durch die einschlägige Presse. Lange hat esgedauert, bis es die Riesenräder, die über dem großen Teich schon zum üblichen Bild im Geländegehören, nach Europa geschafft haben.Viel wurde über Vor- und Nachteile berichtet. Einige der Argumente waren durchaus logisch undnachvollziehbar – andere haben eher nach guten Ideen der Marketingabteilungen geklungen.Immer aufgeschlossen für neue Ideen und vermeindliche Nieschenprodukte bin ich letztes Jahr dochneugierig geworden und habe begonnen, mich mit dem Thema 29er auseinanderzusetzen. NebenGary Fisher, der schon seit Jahren überzeugt von den großen Laufrädern ist, gab es bis letztes Jahrnicht viele Hersteller, die sich ernsthaft mit 29-Zöllern auseinandergesetzt haben. In meinen Fokusgeriet deshalb schnell die Firma Niner aus Californien, die seit jeher ausschließlich 29er im Portfoliohat. Eine Firma, die ihre Räder MCR (Magic Carpet Ride), EMD (Eat my Dust) oder RIP (Roll in Peace)nennt, hat den Spirit, den man als passionierter Radliebhaber sucht.Nach einer Testfahrt in Bayern war ich überzeugt – ich will so ein Teil haben. Das Radstudio hatsich – einmal mehr – neuen Trends gegenüber aufgeschlossen gezeigt und das Vorhaben vonAnfang an mit Rat und Tat unterstützt. So konnte ich im Frühjahr 2011 mein Niner Jet 9 in Empfang nehmen.Für das Fully habe ich mich entschieden, weil ich mit einem Merlin XLM schon ein absolutes Spitzen-Hardtail mein Eigen nennen konnte und ich ein wirklich komplett anderes Rad suchte.Welches Fazit kann man nach einer Saison mit vielen Touren ziehen? Mir ein 29er zu kaufen,war die beste Entscheidung seitdem ich Räder kaufe – und ich habe diesbezüglich schon einigeKaufentscheidungen getroffen…Die Vorteile haben sich durchaus bestätigt. Für mich vor allem der ruhige Lauf durch den längerenRadstand und die großen Räder. Das macht das Rad im Vergleich zum 26-Zöller viel stabiler, wennman langsam auf schwierigerem Untergrund (z. B. von der 3er-Stütze auf die Seegrube) unterwegsist. Dass man mit den großen Rädern über viele kleine Hindernisse einfach drüberrollt, liegt auf derHand und man merkt erst wie komfortabel das ist, wenn man wieder mit den kleineren Rädernunterwegs ist.Ein weiterer Vorteil ist, dass man auf dem 29er nicht so extreme Sitzüberhöhungen hat. Man sitztquasi mehr im Rad als ganz oben auf dem Rad drauf. Damit hat man einen besseren Schwerpunkt,was sich wieder positiv auf den Lauf auswirkt. Abgesehen davon ist es auch für den Rückenentlastend und das Radstudio bestätigt, dass es kaum Rückprobleme bei den bisher ausgelieferten29ern gibt.Ich bin eher vorsichtig was Trails und Absätze fahren betrifft. Durch den großen Durchmesser fährtman ganz locker über Hindernisse und Absätze, bei denen mit den 26ern schon Überschlagsgefühlespürbar waren.Dass die großen Räder nur Vorteile mit sich bringen wäre natürlich eine blanke Lüge. 29er sind –abgesehen von ein paar High-End-Rennern – durch die Bank schwerer als ihre kleineren Brüder. Manbraucht mehr Energie, die großen Räder in Schwung zu bringen. Wenn sie allerdings mal rollen, danngeht die Post richtig ab. Ein 29er wird auch von der Wendigkeit her immer hinter dem 26er Zöllerzurückbleiben. Ein großes Manko war, zumindest noch 2011, dass der Zubehörmarkt sehr schwachwar. Die Auswahl an Federgabeln war nicht annähernd so groß, wie im 26-Zoll-Segment. Reifen undFelgen waren schwer zu bekommen und durch die Bank um einiges teurer .Das sollte sich aber 2012 massiv ändern und es gibt schon die ersten Hersteller, die garantieren, dassdie 29er gleich viel kosten wie ihre kleineren Kollegen und das Radstudio hat mit Fisher, Rotwild undNiner mehrere Partner, die tolle Produkte im 29er Segment anbieten.Mein Fazit nach einem Jahr 29er ist auf alle Fälle, dass die Vorteile klar überwiegen. Wenn manGewicht und Preis/Leistung in die Überlegungen mit einbezieht, ist wahrscheinlich ein 29er Hardtaildie bessere Wahl. Mit dem neuen Jet 9 RDO zeigt Niner zwarwas in diesem Bereich möglich ist. Angesichts des Preises wird dieses Rad für viele ein Traum bleiben.Der langjährige 29er Promoter Gary Fisher entwickelt für Trek ebenso gewaltige Räder wie dasSuperfly 100 oder den genialen Sawyer und auch die Radstudio Alternative Rotwild hat für 2012 natürlichauch 29er im Programm.Wer die Gelegenheit bekommt eines auszuprobieren, sollte diese unbedingt nutzen und ich binüberzeugt, dass es viele geben wird, die sich dann der big revoltion anschließen werden.Die sehr kontroversielle Diskussion des Themas in manchen Foren kann ich nicht nachvollziehen. Esist genug Platz für beide da. Hauptsache die Leute sind mit den Rädern in der Natur unterwegs – egalwieviel Zoll die Laufräder haben.Hier noch das Setup meines Niners:Rahmen: Niner Jet 9Laufräder: ZTR Tubeless mit DT-Swiss 240er Naben – handemade by Laufradgott PeterAntrieb: SRAM X9 komplettBremsen: Avid CRGabel: RockShox Reba RLTSattelstütze und Vorbau von Thomson, Lenker von NinerWiegt dann ca. 12,5 kg und muss bergauf erst mal in Schwung kommen – macht aber verdammt VIELSpaß. Die ca. 4500 Euro Gegenwert sind halt auch der Preis für Individualität.PS: Apropos Niner – Neben wunderschönen Rädern machen die auch sensationelle Komponentenund die traumhafte Carbongabel schmückt seit kurzemmein Merlin und hat es zum kompromisslosen Traum-Hardtail gemacht. Die 29er Gabel hat denVorteil, dass die Geometrie mit Starrgabel sich im Verhältnis zur Federgabel überhaupt nichtverändert.

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